Kein Land zensiert das Internet so weitgehend wie China. Unzählige Seiten sind gesperrt, kritische Beiträge in den chinesischen sozialen Medien werden schnell gelöscht. Doch wer sind die Zensoren? Und wie funktioniert das System? Ein Artikel der New York Times gibt Einblicke in die Branche. Demnach durchsuchen tausende Niedriglohnarbeiter in Zensurfabriken das chinesische Internet nach verbotenen Inhalten. Auftraggeber sind Internetfirmen und Medien, von denen der Staat verlangt, sich selbst zu zensieren.
In den Zensurfabriken arbeiten vor allem junge Uniabsolventen, die meist wenig Ahnung von Politik und Geschichte haben. Bevor sie ihren Job antreten, werden sie daher geschult, schreibt die Times:
In China wird den Jugendlichen von vielen Eltern und Lehrern gesagt, dass die Auseinandersetzung mit politischen Themen nur zu Problemen führt. Um dies zu überwinden, entwickelten Herr Yang und seine Kollegen ein ausgefeiltes Trainingssystem. Neulinge beginnen mit einem einwöchigen „Theorie“-Training, bei dem ältere Mitarbeiter ihnen die sensiblen Informationen vermitteln, die sie vorher nicht kannten. [Eigene Übersetzung]
Von dieser Zensur wäre auch die jüngst abgesagte Suchmaschine von Google für den chinesischen Markt betroffen gewesen. Der Freedom of the Net Bericht für das Jahr 2018 bezeichnet China als den weltweit schlimmsten Feind der Netzfreiheit.
